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Los geht's

Bühne frei für Kurt Wallander. Ein Krimi-Kommissar wird zum Opernhelden.

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Im Sommer 2016 wollen sie in Tübingen eine Oper über mich machen. Später dann auch in meiner Heimat Ystad.
Sie wollen einen meiner alten Fälle neu aufrollen. Mit Sängern. Mit Orchester. Mit Chor.

Der Komponist ist ein Landsmann von mir.
Auch der, der den Text geschrieben hat. Schweden beide.
In Tübingen gibt es andere Menschen, die an einem Bühnenbild arbeiten. Musiker, die proben.
 
Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Vorstellung gefällt. Oder ob sie mir Angst macht. Ich bin alt geworden. An manchen Tagen erkenne ich mich selbst kaum noch. Bin ich nicht mehr der, der ich war. Diese Reise ist vielleicht meine letzte.
Eine Reise durch die Entstehungsgeschichte dieser Oper.
Eine Reise zu mir selbst.





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Mechthild Marstaller von der gerontopsychiatrischen Beratungsstelle in Tübingen in einem eher unüblichen Gespräch mit Kurt Wallander:

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Ich glaube, nirgendwo sonst ist es so ruhig wie hier. Vor kurzem habe ich mir ein Haus am See gekauft. Es bewahrt mich vor dem Trubel der Stadt. Ich glaube, die meisten Menschen haben Angst vor der Stille. Sie brauchen ständig Stimmen, Geräusche und Lärm, um sicher zu gehen, dass sie nicht alleine sind.

Bei mir ist es umgekehrt.


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Im Festsaal der Juristischen Fakultät
und im historischen Pfleghof findet an zwei Tagen
im November 2015 das Casting für die Sänger statt.
Elf Männer und Frauen haben sich für eine Rolle  beworben.

Sie müssen vor einer Jury singen, die über die endgültige Besetzung entscheidet. Dazu gehören der Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung und die Opern-Regisseurin Julia Riegel. 

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Lisbeth Rasmussen Juel
soll für Wallanders Tochter Linda singen und spielen.

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Regisseurin Julia Riegel erklärt die Schwierigkeiten:

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Wer kann das tun? Mich singen. Mich spielen. 
Auf einer Bühne stehen
und an der Grausamkeit der Welt leiden.
Es besser machen wollen. Doch oft nicht können.
 Scheitern und wieder aufstehen. Wer?



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Nach mehreren Wochen entscheiden sich
Julia Riegel und Philipp Amelung
für den Sänger Matias Bocchio.

Ein Kommissar,
der einen alten Mordfall neu aufrollt.
Mein neues Opern-Ich.


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Kurt Wallander frei nach Buchzitaten von Mankell:

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Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell
hat mich im Jahr 1991 erschaffen:

„Zuerst fand ich den Vornamen Kurt. Er war kurz und angenehm normal. Dazu würde ein längerer Nachname passen. Ich suchte lange und landete bei Wallander. Auch das klang weder zu gewöhnlich noch zu ungewöhnlich. So sollte er also heißen, mein Polizist. Kurt Wallander.“ 

In seinen Büchern lässt mich mein Schöpfer
atmen, suchen, scheitern, lieben und altern.
Ich bin so, wie er mich beschrieben hat.
Erschrieben. Umschrieben.


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Henning Mankell war ein schwedischer Schriftsteller und Theaterregisseur. Er schrieb Romane und Theaterstücke, die eine Gesamtauflage von über 40 Millionen erreichten.
Er fühlte sich nicht nur in Schweden, sondern auch in Afrika zu Hause. Er lebte einige Jahre in Mosambik: „Mit einem Fuß im Sand, mit dem anderen im Schnee.“

Henning Mankell starb am 5. Oktober 2015 in Göteborg an Krebs. Er wurde 67 Jahre alt.

„Ich habe ein längeres Leben gehabt als sich die meisten Menschen der Welt erträumen können – es war ein fantastisches Leben.“


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Henning Mankell über Kurt Wallander:

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„Zum ersten Mal soll Mankells Krimi-Kommissar Kurt Wallander singen. Und ich habe die Worte für ihn geschrieben! Bei der Themenfindung und inhaltlichen Fokussierung konzentriere ich mich auf Henning Mankells Ehrgeiz, mit Kurt Wallander etwas Wesentliches über unsere Zeit auszudrücken. “

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Klas Abrahamsson kennt mich gut.
Er hat viele Geschichten über mich geschrieben, Drehbücher, aus denen dann Filme wurden.
Diesmal lässt er mich erkennen, dass ich geirrt habe. Vielleicht geirrt habe. Früher schon.
Einen zum Mörder erklärt habe, der keiner ist.

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Regisseurin Julia Riegel:

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Anders als ein Kommissar wie Kurt Wallander verbinden die Deutschen nur Positives mit Schweden: klare Seen, grüne Wälder, blonde Menschen, die in wunderschönen Holzhäusern leben und mit der Sonne um die Wette lachen.

Ein Klischee.
Berthold Franke, der ehemalige Direktor des Goethe-Instituts in Stockholm, bezeichnet es in Anlehnung an die Kinderbücher Astrid Lindgrens als „Bullerbü-Syndrom“.

Schweden ist demnach ein Sehnsuchtsort der Deutschen. Ihrem Wunsch nach friedlicher Idylle, Harmonie und traumhaften Landschaften kommen sie in den Krimis von Henning Mankell zeitweise ein wenig näher. Jedenfalls auf den „hellen“ Seiten der Romane.

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Nicht nur in Mankells Büchern,
auch in Wirklichkeit ist Ystad eine Stadt,
in der Morde geschehen und aufgedeckt werden.
Ewa-Gun Westford (62),
Pressesprecherin der Polizeistation Ystad, erzählt davon.
Westford ist selbst ein großer Wallander-Fan.
Mehrere Jahre stand sie den Produzenten der Wallander-Verfilmungen mit ihrem Fachwissen zur Seite.

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Philipp Amelung, Universitätsmusikdirektor in Tübingen und Initiator von „W – The Truth Beyond“:

Die Grausamkeit der Schönheit. Das Schöne im Hässlichen. Hell und Dunkel. Die Gegensätze des wahren Lebens spiegeln sich in der Musik der Oper.

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Kurt Wallander: „Das ist Musik für mich …“

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In der „Neuen Aula“ beginnt nun bald der Trubel.
Am 15. Juli 2016 wird die Uraufführung meiner Oper
W – The Truth Beyond
stattfinden.

Ein echtes Opernhaus hat Tübingen nicht. Der Festsaal der Neuen Aula ist der einzige Festsaal Tübingens. Kein einfacher Raum. Durchaus mit Tücken.
Aber mit einer ganz besonderen Akustik und einer Orgel,
die alles andere als neu ist.
 


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Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung:

Hohe Decken. Sessel mit roten Polstern.
Eine Bühne vor Kaskaden von Orgelpfeifen.
Der Klang meiner Schritte scheint sekundenlang
in der Luft zu verharren,
bevor er sich langsam auflöst.

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Der Bühnenraum noch kahl. Ohne Leben.
Die Landschaft noch Phantasie.
Nur im Radio weiß man schon,
was abseits der Öffentlichkeit passiert.

Täterwissen.

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Thomas Lantz, Leiter des Theaters Ystad:

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Opener
Video: Magdalena Klingler, Naomi Krimmel, Leyla Mert, Melanie Preu
Text gesprochen von Rupert Hausner

Ich bin Kurt Wallander
Text: Pia Fruth

Ein Gedankenkommissar
Bild: Magdalena Klingler, Naomi Krimmel, Leyla Mert, Melanie Preu
Umfrage: Birgit Bergerhausen, Catharina Conrad, Eva Oswald, Claudia Schmid, Carolin Schwarz, Lennart Stock

Morbus Alzheimer
Video: Kiron Patka
Text: Pia Fruth, gesprochen von Rupert Hausner

Auf die guten Augenblicke konzentrieren
Foto und Interview: Birgit Bergerhausen, Catharina Conrad, Eva Oswald, Claudia Schmid, Carolin Schwarz, Lennart Stock

Würde der Stille
Video: Matthias Fugel, Anna-Lena Karn, Sebastian Schwarz
Text: Matthias Fugel

Wallanders Opern-Ich
Hintergrundvideo: Laura Isabell Bünning, Annemarie Moritz, Svenja Walter

Linda!
Video: Laura Isabell Bünning, Annemarie Moritz, Svenja Walter

Kurt?
Bild und O-Ton Julia Riegel: Laura Isabell Bünning, Annemarie Moritz, Svenja Walter

Der Versuch
Video: Laura Isabell Bünning

Der Neue
Foto: Pressebild von wallander-opera.de

Der Alte
Bild: Lennart Stock, Carolin Schwarz
Geschriebenes Zitat „Zuerst fand ich …“: Henning Mankell, aus dem Nachwort von „Mord im Herbst“
O-Ton: Zitate aus verschiedenen Krimis von Henning Mankell, gesprochen von Rupert Hausner

Henning Mankell
Bild: Henning Mankell (2013), Copyright: Peter-Andreas Hassiepen, Winzererstr. 48, 80797 München
Zitat von Henning Mankell »Mit einem Fuß im Sand …«: Biographie Henning Mankell
Zitat von Henning Mankell »Ich habe ein längeres Leben gehabt …«: BILD / Der Mann, der Wallander erfand, ist tot

Mankell und ich
Foto: „RR Station Agent's desk, Old Fort, NC“ by David Wilson (davidwilson1949) is licensed under CC BY 2.0
O-Ton: Henning Mankell aus „In die Wüste, um den Schnee zu fühlen oder: Malmö ist überall – Die Welt des Henning Mankell“ (2000), Sendung von Jochanan Shelliem, SWR2 Dschungel. Übersetzung gesprochen von Hubertus Gertzen.

Zuhause in Schweden
Fotos: Samuel J.J. Härtl
Text: Pia Fruth, gesprochen von Rupert Hausner

Klas Abrahamsson
Foto: Vincent Schulz und Janina Mantay

Ein Irrtum?
Foto: Daniela Dengler, Lisa Dollenmeier, Christoph Kossler, Vanessa Pleic, Jennifer Zimmermann

Mein neuer alter Fall
Foto und Interview Julia Riegel: Daniela Dengler, Lisa Dollenmeier, Christoph Kossler, Vanessa Pleic, Jennifer Zimmermann

Das Bullerbü-Syndrom
Bild: Tommie Hansen/flickr.com, CC BY-NC 2.0

Grauenhafte Schönheit
Video: „Aurora Borealis Timelapse Stockholm City“ von P-M Hedén, lizensiert unter CC BY 3.0.
Text: Henning Mankell im Gespräch mit Günther Kaindsltorfer. Tagesanzeiger, Zürich, 15.3.2000. Gesprochen von Rupert Hausner.

„Ins Herz getroffen“
Video-Interview mit Ewa-Gun Westford: Samuel J.J. Härtl, Julia Bazlen

Licht und Schatten

Video-Interview Philipp Amelung: Alisa Gütle, Nadine Schmid, Franziska Wagner, Julian Wöhr

Wo die Musik entstand
Fotos: Matthias Fugel, Anna-Lena Karn, Sebastian Schwarz
Slideshow & Text: Pia Fruth. Gesprochen von Rupert Hausner

Das Verhör des Komponisten
Video-Interview: Matthias Fugel, Anna-Lena Karn, Sebastian Schwarz. Zwischenfragen gesprochen von Rupert Hausner

Sixten, F. über seine Musik
Video: Matthias Fugel, Anna-Lena Karn, Sebastian Schwarz

Der Festsaal
Foto: Sina Behling, Robin Graber, Dominik Klein, Julia Schäfer

Auf dem Weg zur Bühne
Video: Sina Behling, Robin Graber, Dominik Klein, Julia Schäfer
Text: Pia Fruth. Gesprochen von Rupert Hausner

Hier spielt die Musik
Video: Sina Behling, Robin Graber, Dominik Klein, Julia Schäfer

Die Opern-Landschaft
Audio-Slideshow: Philipp Böhl, Svetlana Ryashina

Theater Ystad
Video-Interview: Julia Bazlen, Damaris Diener, Samuel J.J. Härtl, Max Pradler
Audio-Kommentar gesprochen von Rupert Hausner

Credits
Video: Magdalena Klingler



































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